„Wenn Leben unerträglich wird“

16. Oktober 2020

Trier. Hochkomplex und glänzend aufgearbeitet: „Gott“ über den Umgang mit Suizid und Sterbehilfe am Theater Trier.

„Es blieb bis zur letzten Szene dabei: Das Thema „Sterbehilfe“ ist hochkomplex und nicht so einfach abzuhandeln. Und gelegentlich schien es, als bewegten sich Regie, Akteure und mittelbar auch die exakt 91 Besucher in der Europäischen Kunstakademie auf höchst unsicherem Terrain. Ferdinand von Schirachs Theaterstück mit dem umfassenden, aber auch etwas vagen Titel „Gott“ ist kein Fall ausgeprägter Dramatik. Das Stück gleicht einem Lesedrama, das eher zufällig seinen Platz auf der Bühne gefunden hat. In einem Kreis, der wohl nicht zufällig Ähnlichkeiten mit einer Gruppentherapie hat, erörtern acht Gäste des Ethikrats ihre Positionen zu Selbsttötung und Sterbehilfe. Grundlage der Diskussion ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020. Es erklärte den Paragrafen 217 Strafgesetzbuch über das Verbot „geschäftsmäßiger“ Tötung für verfassungswidrig und gab damit den Weg frei für einen neuen, unbelasteten Umgang mit Suizid und Sterbehilfe. Aber das Thema hat sich damit nicht erledigt. Die Runde, die sich auf der Bühne trifft, sucht nach einem Neuanfang – juristisch, aber vor allem moralisch. Sie ist mitten im Raum postiert, Kameras und Monitore sichern einen optischen Zugang von jedem Platz aus.

[…] Dieses Stück braucht eine kluge Regie und hochsensible Akteure um überhaupt Wirkung zu entfalten. Ein Glücksfall, dass die Trierer Inszenierung beides aufbieten kann! Regisseur Andreas von Studnitz hat den acht Personen auf der Bühne ein starkes, individuelles Profil mitgegeben. Das spielen sie aus, und halten sich doch fern von allen theatralischen Überhöhungen. […]

Die komplette Kritik zum Nachlesen auf volksfreund.de: 
https://www.volksfreund.de/nachrichten/kultur/am-theater-trier-gott-von-ferdinand-von-schirach_aid-53316653

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