Auerhaus

26.09.2021

19:30 Uhr
Europäische Kunstakademie

Du hast die Augen zu und treibst auf einer Luftmatratze. Du denkst, geil, jetzt lebe ich für den Rest meines Lebens hier in diese Lagune, in der Südsee. Und dann machst du die Augen auf und merkst, es ist bloß ein Nachmittag am Baggersee.

Roman von Bov Bjerg
Theaterfassung von Robert Koall

Für Jugendliche ab 14 Jahren

Ende der 80er, sechs Teenager und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth – School − Work − Death abgeheftet werden. Auerhaus erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft in einem kleinen Ort, irgendwo im Westen Deutschlands. Sechs Jugendliche leben hier einen ganz eigenen Entwurf dessen, was es bedeutet jung, frei und doch ziemlich verloren zu sein. Es beginnt zu viert. Frieders bester Freund Höppner, Cäcilia, ein Mädchen aus gutem Hause und die rebellische Kleptomanin Vera starten im leerstehenden Haus von Frieders Opa eine alternative Wohngemeinschaft. Als sie einziehen, dröhnt aus dem Radio Our House von Madness und so trägt sie fortan den Namen „Auerhaus“. Die vier sind nicht ohne Grund zusammengezogen. Frieder hat versucht sich umzubringen. Die letzten Monate verbrachte er in einer Psychiatrie, mit Beschäftigungstherapie und Pauline, einem pyromanischen Mädchen, das sich regelmäßig die Haare ölt statt sie zu waschen und später auch in die Auerhaus- Gemeinschaft zieht. Der letzte im Bunde ist Harry, der eine ausgesprochene Vorliebe für eigens angebautes Gras hegt und die Truppe komplett macht. Sie entwickeln gemeinsam ein alternatives Zusammenleben abseits elterlicher Pfade. Im Auerhaus gibt es kaum Regeln und neben den Vorbereitungen zum Abitur werden Partys gefeiert, mit Drogen und freier Liebe experimentiert. Denn „Liebe ist kein Kuchen, der kleiner wird, wenn man ihn teilt.“

Bov Bjerg erzählt mitreißend und einfühlsam von Liebe, Freundschaft und sechs Idealistinnen und Idealisten, die auf der Suche nach sich selbst auch die Liebe zueinander finden. Auerhaus feiert die Unschuld der Provinz und des Moments – aber vor allem die Gemeinschaft. Es erzählt von dem Wunsch einer ganzen Generation nach Freiheit und wirft einen Blick auf eine Phase im Leben, die unwiederbringlich vergangen ist. Eine schöne Phase war es dennoch. Wahrscheinlich sogar die schönste.

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