Dido and Aeneas / La voix humaine

Premiere

18.05.2019

19:30 Uhr
Grosses Haus

Remember me, but forget my fate!

Je n'ai pas la voix d'une personne qui cache quelque chose...

Special: Ein Abend zwei Opern

Oper in drei Akten von Henry Purcell
& Tragédie lyrique in einem Akt von Francis Poulenc nach Jean Cocteau

Dido and Aenas

Auf seiner Irrfahrt nach dem Trojanischen Krieg landet Aeneas in Karthago an und trifft dort auf Dido, die verwitwete Königin und Gründerin der Stadt. Sie verlieben sich ineinander. Doch überirdische Mächte, die den Untergang Karthagos wünschen, sind gegen diese Verbindung: Zauberin und Hexen schicken einen als Merkur verkleideten Boten, um Aeneas den scheinbar göttlichen Auftrag zu erteilen, weiterzuziehen und eine neue Stadt zu gründen. Er gibt dem zunächst nach, will Karthago und Dido verlassen.

 

Dido und Aeneas haben beide eine Vorgeschichte. Dido wollte ihrem verstorbenen Mann die Treue halten. Da treffen sie aufeinander. Pläne geraten ins Wanken. Doch inwiefern kann man Altes loslassen und neu anfangen? Welche Kraft hat das Schicksal? „Dido and Aeneas“, eine der frühesten Opern überhaupt, die 1689 in Chelsea uraufgeführt wurde, beruht auf der „Aeneis“ von Vergil. Nicht der trojanische Held, sondern die stolze und unnahbare Dido steht jedoch im Zentrum der Oper Purcells − als Gefangene ihrer Gefühle und Prinzipien.

 

La voix humaine

Eine Frau spricht am Telefon mit ihrem ehemaligen Geliebten. Beide nutzen das Medium aus − es gibt nur die Stimme. Sich nicht zu sehen, bietet die Chance, die Wahrheit zu verschleiern. Sie ermöglicht die Lüge, gibt Gelegenheit, sich so darzustellen, wie man gesehen werden möchte. Das Bild entsteht im Kopf des Gesprächspartners. Es kann manipuliert werden, aber die Wahrheit lässt sich nicht verleugnen. Sie bricht in die Wirklichkeit ein und erscheint dann umso grausamer.

 

Fast 300 Jahre nach !Dido and Aenaes! entstanden, zeigt „La voix humaine“ die Verzweiflung einer Frau, die − nachdem ihre Wunschbilder zerbrechen − auf sich selbst und ihre Ängste zurückgeworfen wird. Das Telefon wird die letzte Verbindung zu einer Welt, deren Existenz in Zweifel steht.

 

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Leitung

Musikalische Leitung
Jochem Hochstenbach
Inszenierung
Jean-Claude Berutti
Bühne
Rudy Sabounghi
Kostüm
Katharina Heistinger