Gott

30.09.2020

19:30 Uhr
Europäische Kunstakademie

Ich will als ordentlicher Mensch sterben. So, wie ich gelebt habe.

Schauspiel von Ferdinand von Schirach

Richard Gärtner möchte sterben. Nach dem Tod seiner Frau sieht er keinen Sinn mehr in seinem Leben, doch ein Suizid kommt für ihn nicht in Frage. Er sagt: „Ich will als ordentlicher Mensch sterben. So, wie ich gelebt habe.“ Seine Rechtsanwältin Frau Biegler und sein Hausarzt Dr. Brandt unterstützen ihn während der Anhörung vor dem Deutschen Ethikrat, dem neben der Vorsitzenden auch noch die Rechtssachverständige Prof. Litten, der medizinische Sachverständige Dr. Sperling, das unabhängige Mitglied Dr. Keller sowie Bischof Thiel, der theologische Sachverständige, angehören. Sie alle bringen ihre Argumente vor, diskutieren und streiten auf dem Podium. Am Ende aber ist es das Publikum, das wie schon bei von Schirachs Erfolgsstück Terror, seine moralischen und ethischen Wertvorstellungen im Hinblick auf die im Grundgesetz garantierte Würde des Menschen und die eigene moralische Verantwortung überprüfen muss. Wie die Abstimmung ausgehen wird, entscheidet sich also jeden Abend neu. Die Ergebnisse können in der Folge immer aktuell unter www.gott.theater abgerufen werden.

Wie wollen wir sterben? Können wir diese Entscheidung für uns treffen und auf Beistand, etwa durch den ärztlich assistierten Suizid hoffen? Nach geltendem deutschen Recht war dies nicht möglich. Paragraf 217 des Strafgesetzbuches in der Fassung vom Dezember 2015 verbot die „geschäftsmäßige Förderung“ von Suizid. Dagegen haben Privatpersonen, Sterbebegleiter, Ärzte, Sterbehilfeorganisationen, Pfleger und Rechtsanwälte Verfassungsbeschwerde eingelegt – und Recht bekommen. Das Bundesverfassungsgericht urteilte im Februar 2020: „Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst ein Recht auf selbst bestimmtes Sterben. Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen.“
Der Weg für die Legalisierung der Suizidassistenz scheint frei. Doch ist die Debatte damit beendet?

In den Hauptrollen:

Dr. Keller: Luiza Braz Batista
Prof. Sperling: Martin Geisen
Dr. Brandt: Paul Hess
Bischof Thiel: Michael Hiller
Richard Gärtner: Klaus-Michael Nix
Prof. Litten: Stephanie Theiß
Vorsitzende des Ethikrats: Barbara Ullmann
Rechtsanwältin Biegler: Marsha Zimmermann

Programmheft

*** Bitte beachten Sie, dass im Zuge einer längerfristigen Baumaßnahme am Brückenkopf der Römerbrücke seit dem 27.07.2020 geänderte Verkehrsführungen im Bereich der Römerbrücke und auch der Aachener Straße gelten. Alle Informationen finden Sie ständig aktualisiert auf der Seite der Stadt Trier: https://www.trier.de/umwelt-verkehr/baustellen/kreisel-roemerbruecke/ ***

Im Anschluss an folgende Vorstellungen bieten wir ein Publikumsgespräch mit Ensemblemitgliedern und dem Dramaturgen des Stücks an: 13.09., 19.09., 30.09. Weitere Termine entnehmen Sie bitte unserer Website. Wir freuen uns auf Ihr Feedback zu diesem brisanten Thema!

DIE NÄCHSTEN TERMINE

30.09.2020

19:30 Uhr

02.10.2020

19:30 Uhr

28.10.2020

19:30 Uhr

30.10.2020

19:30 Uhr

Leitung

Inszenierung
Andreas von Studnitz
Kostüme
Yvonne Wallitzer
Dramaturgie
Philipp Matthias Müller