Marx’ Bankett

21.10.2018

16:00 Uhr
Grosses Haus

Hegel bemerkt irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal Tragödie, das andere Mal als Farce.

Schauspiel von Joshua Sobol

Der renommierte israelische Dramatiker Joshua Sobol wurde vom Theater Trier beauftragt, für das Jubiläumsjahr 2018 ein großes Schauspiel über Karl Marx und seine Bedeutung in der Kulturgeschichte zu schreiben.

Der Zuschauer wird dabei Augenzeuge und Teilnehmer an einem fiktiven „banquet révolutionnaire“. Bankette dieser Art kamen in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Form der politischen Demonstration in Mode, nachdem der König in Paris im Vorfeld der Revolution von 1848 politische Versammlungen und Reden verboten hatte. Die Bürger in Frankreich umgingen dieses Verbot, indem sie sich in großen Gruppen in Gasthäusern, Wirtshausgärten oder an anderen öffentlichen Plätzen vordergründig zum Essen trafen − zu einem Bankett, in dessen Verlauf aber nicht nur gegessen und getrunken wurde, sondern bei dem auch leidenschaftliche Reden gehalten, revolutionäre Lieder gesungen und politische Debatten geführt wurden. Im Rahmen eines solchen fiktiven Banketts wird der junge wie der alte Marx mit seiner Philosophie und deren Wirkung bis in unsere Zeit konfrontiert. Weggefährten wie seine Frau Jenny von Westfalen, Friedrich Engels und Heinrich Heine erscheinen in diesem Rahmen ebenso wie Nachfahren und Persönlichkeiten, die sich auf Marx beziehen. Mit Liedern, Streitreden und Szenen entwickeln Gegner wie Befürworter ein komplexes Panorama um Karl Marx und den Marxismus.

Der vielfach preisgekrönte Dramatiker Joshua Sobol zählt zu den bekanntesten Theaterautoren unserer Zeit. Sein Schauspiel „Ghetto“ war sein erster Welterfolg, das in mehr als 20 Sprachen übersetzt und in über 25 Ländern aufgeführt wurde. Seither hat er neben drei Romanen mehr als 40 Dramen veröffentlicht, bei zahlreichen Produktionen Regie geführt und an Universitäten im In- und Ausland gelehrt.

Manfred Langner verbindet mit Joshua Sobol eine langjährige Zusammenarbeit, in deren Verlauf bereits seine Schauspiele „Der Kaufmann von Stuttgart“ und „Blutgeld − Adenauers Weg in Deutschland“ uraufgeführt wurden.

Dauer: 2 Stunden 10 Minuten und eine Pause

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Leitung


Inszenierung
Manfred Langner
Musikalische Leitung
Uli Schreiber
Ausstattung
Beate Zoff
Dramaturgie
Philipp Matthias Müller