Souvenir

Premiere

31.08.2019

19:30 Uhr
Grosses Haus

Die Leute mögen behaupten, dass ich nicht singen kann. Aber niemand kann behaupten, ich hätte nicht gesungen.

Schauspiel von Stephen Temperley

Sie war und ist ein Phänomen: Florence Foster Jenkins, Erbin eines reichen Industriellen und schillernde Persönlichkeit des New Yorker Gesellschaftsund Künstlerlebens der 1940er Jahre. Von jungen Jahren an von dem Wunsch beseelt, Sängerin zu werden, war sie von ihrem großen musikalischen und gesanglichen Talent überzeugt. De facto war ihr Können – höflich formuliert – unterdurchschnittlich. Traf sie doch kaum je einen richtigen Ton. Das Publikum jedoch liebte sie, vielleicht aus einer Mischung von Rührung und Belustigung.
Trotz dem Wunsch ihrer Fans nach mehr öffentlichen Auftritten, beschränkte sich Foster Jenkins auf wenige Konzerte im privaten Rahmen, bis sie 1944 dem öffentlichen Druck endlich nachgab und mit 76 Jahren ein Konzert in der Carnegie Hall gab. Zwei Stunden nach Öffnung der Theaterkassen war die Veranstaltung bereits ausverkauft.

Souvenir erzählt ihre Geschichte durch die Augen ihres Begleiters und Pianisten Cosme McMoon. Für den talentierten Musiker ist sie zunächst nicht mehr als eine pragmatische Möglichkeit, seine Miete zu finanzieren. Als die beiden sich aber besser kennenlernen, wird er zunehmend in die Welt und bizarre Sichtweise der Foster Jenkins verwickelt. Seine anfängliche Verachtung weicht zunächst einer widerstrebenden Bewunderung, dann einer tiefen Freundschaft und schlussendlich ehrlicher Zuneigung.

Steven Temperley zeigt in seinem Stück eine von der Kunst beseelte Frau, die sich weder durch Selbstzweifel, noch äußere Anfeindungen oder gar objektive Qualitätsmerkmale von ihrer unendlichen Liebe zur Musik abbringen lässt. Florence Foster Jenkins ist und bleibt eine Überzeugungstäterin, eine unerschütterliche, selbstbewusste und sagenhaft talentfreie Sopranistin, von deren Wirkung und Karriere heutige vermeintliche Superstars nur träumen können.

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Leitung

Inszenierung
Ulf Dietrich