Winterreise

Oktober 2020

Grosses Haus

Ein Ballett von Roberto Scafati
mit Musik von Franz Schubert und Jóhann Jóhannsson

Als Franz Schubert die Winterreise schrieb, war er knapp 30 Jahre alt. Es sollte eines seiner letzten und bekanntesten Werke werden und ist wie seine anderen Liedzyklen eine musikalische Verneigung vor der Dichtkunst. Hieraus kreiert Ballettdirektor Roberto Scafati ein Ballett zwischen tiefer Romantik und geballter Atmosphäre: Schuberts Vertonungen von Wilhelm Müllers Gedichten aus dem Jahr 1827 wechseln sich mit den modernen, dichten Klängen des isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson ab. Dichter und Komponist der Winterreise starben beide sehr jung und waren geplagte Seelen – Beispiele für den Begriff des Weltschmerzes, der in der Romantik grundlegend ist und Zeitrausch auch heute noch in populären Musikrichtungen wie Gothic und Metal weiterlebt.

Der Liedzyklus für Klavier und einen Sänger beschreibt eine Person auf der Suche – zwischen vergangenen Frühlingsträumen und unter Lindenbäumen spiegelt sie sich melancholisch und leidenschaftlich in der Grandiosität der Natur. Das Trierer Ballett in nomadischem Gewand für einen Tanz zwischen Vergangenem und Zukünftigem, zwischen Romantik und Sturm – dem Drang der konstanten Bewegung unterlegen.

Leitung

Choreografie & Inszenierung
Roberto Scafati
Ballettmeister & Assistent
Joe Monaghan