So wird das sanierte Theater aussehen

Wie wird das Theater nach der Sanierung aussehen? Den aktuellen Stand der geplanten Sanierung stellten Intendant Lajos Wenzel, Projektleiterin Beatrix von Holst und Kulturdezernent Markus Nöhl etwa im vergangenen Theater Talk im Studio des Theaters etwa 70 Interessierten vor. Teams aus drei Architekturbüros haben die Planungen aus dem vergangenen Jahr vor allem in Bezug auf Kosten und Funktionalität fortgeführt und aktualisiert: Das Hamburger Büro Studio PFP plant die beiden Neubauten Foyer und Orchesterprobesaal, während eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus dem Büro MOW aus Frankfurt und Fabre/Speller aus Frankreich für die Generalsanierung verantwortlich ist. „Die Planerteams haben erfolgreich zusammengearbeitet“, sagte Kulturdezernent Markus Nöhl, betonte aber zugleich, dass die aktuellen Pläne nicht den Endstand markierten, sondern noch weiterentwickelt würden.

Doch vermittelten gerade die Visualisierungen einen guten Eindruck davon, wie Triers Theater der Zukunft aussehen wird und wo sich die Entwürfe weiterentwickelt haben. Der Orchesterprobesaal etwa, der an den Altbau anschließt und sich in Richtung Augustinerhof erstreckt, wird weniger gläsern sein, als ursprünglich geplant. Dies hat vor allem akustische Gründe. Doch durchgehende Glasfassaden an den Seiten ermöglichen dennoch Einblicke in das Gebäude, etwa bei ausgewählten Proben. Auch die neue Eingangshalle, die Richtung Gerty Spies-Straße gebaut wird und das Theater „zur Innenstadt hin öffnen soll“, wie die städtische Projektleiterin Beatrix von Holst betonte, wird weniger gläsern, als ursprünglich geplant.

Auffällig bei beiden Neubauten ist die Weiterführung der charakteristischen Fassade des Bestandsgebäudes. So wird etwa das umlaufende „Band“ an der Außenwand auch in den Fassaden der Neubauten aufgenommen, womit „dem Geiste des Architekten Gerhard Graubner Rechnung getragen wird“, wie Intendant Lajos Wenzel betonte. Praktischer Nebeneffekt: In dem Fassadenband kann der Sonnenschutz in Form von Rollos verbaut werden. Insgesamt wird also ein einheitliches Gesamtbild des Baus geschaffen und die ursprüngliche Architektur von Gerhard Graubner fortgeschrieben. Die Erweiterungsbauten sollen in das Gesamtkonzept eingebunden werden und sich bewusst nicht absetzen. Fassaden, die heute verputzt sind, sollen zukünftig weiterhin als Putzbaukörper in Erscheinung treten – wie etwa das am Heinz-Tietjen-Weg gelegene Künstlerhaus. Der Bühnenturm wird vorab energetisch saniert und erhält auf zwei Seiten eine integrierte Photovoltaik-Fassade. Aufgrund dieser Funktion präsentiert er sich zukünftig mit matter Glasoberfläche anstatt mit Metallfassade.

Intendant Wenzel informierte, dass der Großteil der avisierten Kosten in Höhe von rund 90,5 Millionen Euro für die Sanierung des maroden Bestandsgebäudes notwendig seien, nämlich rund 75 Prozent. Die Kosten für die Neubauten machen rund ein Viertel der Kosten aus.

Das Publikum stellte viele Fragen – etwa zur Barrierefreiheit im neuen Gebäude, der Wärmeversorgung, Begrünung, Kosten, Bestuhlung und der Anzahl der Toiletten. Letztere wird erhöht, wie Wenzel sagte. Zudem sind im Foyer Unisex-Toiletten geplant, womit das Schlange stehen vor der Damentoilette nach der Sanierung 2030/31 der Vergangenheit angehören soll. Die Barrierefreiheit werde ebenso realisiert wie Begrünungen am Gebäude. Die Stühle werden aufwendig aufgearbeitet – ein kompletter Austausch der Stühle wäre aufgrund der unter der Bestuhlung verlaufenden Frischluftzufuhr nur sehr aufwendig zu realisieren, erläuterte Wenzel.